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WIRD BESCHWOREN

Die Smaragdbeete

Es war niemand geringeres als Prinz Obodir, erstgeborener von König Grollfeuer und Königin Silberbein, den letzten Marmorkönigen der Dunkelberge, der so gar keine Affinitäten zu dem traditionellen Handwerk der Dunkelberge besaß. Während sein Bruder, Prinz Ebwin, bereits im zarten Alter von 57 Jahren ein Meister im Umgang mit dem Schmiedehammer war und die ausgetüftelten Arbeiten seiner Lehrmeister mühelos übertraf, bevorzugte Obodir die Bäume und Pflanzen an der Oberfläche. Ihre Schönheit, ihr Duft und ihre filigrane Beschaffenheit faszinierten ihn. So verbrachte er Jahre damit, sie zu studieren und sog jedwedes Wissen wie ein trockener Schwamm auf.
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Der Hohn und Spott seiner Artgenossen scherte Obodir wenig, war er doch vernarrt in die mannigfaltigen Gewächse und ihre besondere Wirkung. Als die Dunkelheit die Heimat des Prinzen erreichte verschanzten sich die Bewohner der Dunkelberge in die große, altehrwürdige Stadt Marmorbruch, auf den Tag hoffend, an dem die Gefahr wieder gebannt werden könne. Prinz Obodir konnte nicht mehr an die Oberfläche und so begab er sich noch viel tiefer in den Stein hinein, einer alten Legende folgend, die einen Ort erwähnte an dem Wälder aus Kristall zu finden waren. Viele Jahre vergingen bevor Obodir diesen Ort finden sollte und mannigfaltigen Gefahren musste er trotzen um seine Suche zu beenden. Letztendlich entdeckte er aber den atemberaubend schönen Ort, an dem die Mikor, jene sagenumwobene altvorderen Diener der dunklen Göttin Kys, das Blut des letzten Lebenswyrms vergossen hatten. Vor ihm erstreckte sich ein gigantischer Wald aus hohen Bäumen mit dichtem Blätterwerk deren Pracht im Lichtschein wie Smaragde funkelte. Die Vielfalt und der Gattungsreichtum der unterschiedlichen Pflanzen war unbeschreiblich. In der ersten Nacht fiel Obodir, der erschöpft am Fuße einer alten Kastanie eingeschlafen war, ein Umschlag mit Pflanzensamen, die er noch von der Oberfläche bei sich trug, aus seinem Beutel auf den Boden. Als er einige Stunden später erwachte entdeckte er dort, wo die Samen zu Boden gefallen waren seltsame Pflanzen, die wie Mischungen aus den verschiedenen Pflanzen die er von der Oberfläche kannte anmuteten. Nach einer kurzen Überprüfung stellte Obodir fest, dass sich nicht nur die Arten der Pflanzen vermischt hatten sondern auch deren Wirkung und Potenz einen unglaublichen Anstieg verzeichneten. Aufgeregt sammelte er Proben und nahm auch so viel von der Erde mit wie er tragen konnte. Als er einige Wochen später nach Marmorbruch zurückkehrte fand er eine leere Stadt. Es gab keine Anzeichen für einen Kampf, nichts was auf einen übereilten Aufbruch hingedeutet hätte und keine Spur von seiner Familie. Die Stadt war einfach leer. Eine lange Zeit versuchte Obodir herauszufinden was mit den Seinen passiert war doch er konnte keine Hinweise auf den Verbleib seiner Leute finden, nicht die geringste Spur. Als es für ihn an der Oberfläche zu gefährlich wurde, weil die Schergen Xantavs ihn mittlerweile jagten kehrte er nach Marmorbruch zurück und begann seine Studien im Smaragdwald fortzusetzen. Er fand viele Dinge heraus die für die Alchemisten und Kräuterkundigen der späteren Zeiten sehr wertvoll sein würden. Seine größte Erfindung war jedoch die Erschaffung der Smaragdbeete. Vorrichtungen in denen Pflanzen und Substanzen miteinander kombiniert werden konnten um macht- und wirkungsvolle neue Gattungen zu erschaffen. Vor seinem Tod übergab Obodir seine Smaragdbeete und das von ihm gesammelte Wissen an die Rebellen um ihren Kampf gegen Xantav zu unterstützen. Zurückgezogen und einsam legte sich der letzte Thronfolger der großen Dynastie der Marmorkönige unter die Kastanie im Smaragdwald und schloss zum letzten Mal seine Augen.

OT-INFO

Wie funktionieren die Smaragdbeete? Da wir uns darüber bewusst sind, dass die meisten Teilnehmer einer Convention sehr unterschiedliche Ansichten und Systeme für Kräuterkunde und Alchemie besitzen möchten wir gerne eine Möglichkeit bieten, all diese miteinander zu kombinieren um neue und mitunter einzigartige Pflanzen mit besonderen Wirkungen zu erschaffen. Dies ist nur in den Smaragdbeeten möglich. Man gewinnt also Samen aus den verschiedenen Pflanzen die man kombinieren möchte, tränkt und überzieht sie mit besonderen Substanzen, pflanzt sie in die Smaragdbeete und erfreut sich einige Stunden später an die neuen Kreationen die dabei herauskommen. Es ist also ein Experimentierangebot unsererseits das sowohl Erfolg als auch Misserfolg nach sich ziehen kann - aber auf jeden Fall ein Abenteuer darstellt das man nicht missen möchte.